
Eine schöne Idee von unseren Nachbarn.
6. Kritik von außen: Moral oder Machbarkeit?

Die Kritik an dem Modell ist nicht leise. Viele Sozialarbeiter, Mediziner und Politiker fragen: Ist es verantwortbar, Sucht mit Suchtmitteln zu belohnen? Für viele ist das Projekt ein Etikettenschwindel, bei dem Alkoholkranke ausgenutzt und ruhiggestellt werden.
Doch das Team hinter dem Projekt verweist auf die Alternativen – oder eben das Fehlen davon. Wer keine Hilfe will, erreicht man nicht mit Druck. Lieber eine kontrollierte Lösung mit etwas Würde als das bloße Wegsehen. Amsterdam steht damit vor einer Grundsatzfrage, die viele Städte betrifft: Wie geht man mit Menschen um, die aus allen Systemen gefallen sind? Es ist ein Modell zwischen Idealismus und Pragmatismus – und einer, der sich einer klaren Bewertung entzieht
7. Stimmen der Beteiligten: Zwischen Ehrlichkeit und Resignation

Die Beteiligten selbst sprechen überraschend offen über das Projekt. Viele sagen ganz direkt: „Wir machen das wegen dem Bier.“ Andere wiederum schätzen die Verlässlichkeit und das kleine Maß an Normalität, das ihnen der Job gibt.
Einige wollen mehr, wollen zurück in eine Wohnung, vielleicht sogar eine Therapie beginnen. Für andere ist es schlicht eine Möglichkeit, sich mit Würde zu betrinken – ohne Ärger mit der Polizei. Diese Ehrlichkeit ist entwaffnend und macht deutlich: Es gibt nicht den einen Weg zurück ins Leben. Manche wollen ihn gehen – andere nicht. Das Projekt schafft zumindest einen Raum, in dem Wahl, Kontrolle und Beziehung wieder möglich werden. Und das allein ist für viele von ihnen schon ein Fortschritt.
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