Eine schöne Idee von unseren Nachbarn.

 

 

4. Die tägliche Routine: Struktur als Therapie?

Bild: IMAGO / imagebroker

Der Arbeitstag beginnt um 9 Uhr und endet gegen 15:30. Das klingt nach einem ganz normalen Job – und genau darin liegt ein zentraler Punkt des Projekts. Viele der Beteiligten erleben durch diese Regelmäßigkeit zum ersten Mal seit Langem wieder Struktur.

Sie bekommen Aufgaben, treffen auf Mitmenschen, arbeiten im Team. Für Menschen, die oft jahrelang am Rand der Gesellschaft standen, ist das mehr als eine Kleinigkeit. Die Teilnahme ist freiwillig, aber die Plätze sind begrenzt – wer mitmachen will, muss sich an Regeln halten. Die Organisatoren berichten, dass dadurch Verantwortungsgefühl und Selbstwertgefühl wieder wachsen können. Auch wenn der Alkohol nicht verschwindet – die Isolation wird durchbrochen. Und genau das könnte der erste Schritt aus der totalen Perspektivlosigkeit sein.

5. Zwischen Hoffnung und Rückfall: Was bringt’s wirklich?

Natürlich stellt sich die Frage: Verändert das Leben der Betroffenen sich langfristig? Die Antwort ist zwiespältig. Einige Teilnehmer berichten, dass sie durch das Projekt wieder eine Tagesstruktur und Selbstachtung empfinden. Manche schaffen es sogar, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren oder gezielter zu steuern.

Andere wiederum nutzen das verdiente Geld, um nach der Schicht direkt neues Bier zu kaufen – ganz offen, ohne schlechtes Gewissen. Das Projekt ersetzt keine Therapie und will es auch nicht. Es ist ein Versuch, Menschen zu erreichen, die für klassische Programme nicht zugänglich sind. Der Erfolg liegt daher nicht im völligen Wandel, sondern im kleinen Fortschritt: weniger Belästigung, mehr Ordnung, und für manche der erste Schritt in Richtung Stabilität

———————————————–Klicke hier, um fortzufahren 👇👇