
Wenn uns geliebte Menschen im Traum besuchen: Was das wirklich bedeuten könnte
Forschungen belegen diesen heilenden Aspekt. Eine 2014 im „American Journal of Hospice and Palliative Care“ veröffentlichte Studie ergab, dass Träume von Verstorbenen nicht nur häufig, sondern auch von tiefer Bedeutung sind. Die Teilnehmenden beschrieben oft, wie sie ihre Angehörigen gesund und friedlich sahen oder ihnen tröstende Botschaften übermittelten. Eine kanadische Studie aus dem Jahr 2016 zeigte, dass über zwei Drittel der Trauernden diese Träume als „Besuche“ deuteten und die meisten angaben, dass diese Erfahrungen ihren Glauben an ein Leben nach dem Tod stärkten. Diese Begegnungen, die im Schlaf stattfinden, können das Wachleben beeinflussen – sie spenden Trost, ermöglichen einen Abschluss und erneuern den Glauben an etwas, das jenseits unseres Messbaren liegt. Die Psychologin Jennifer E. Shorter ergänzt, dass Träume von Besuchen oft einem Muster folgen: Der geliebte Mensch erscheint so, wie er einst war – oft gesünder oder jünger – und strahlt Ruhe aus. Es werden möglicherweise wenige Worte gesprochen, doch die Botschaft ist klar und wird eher durch Emotionen als durch Dialoge vermittelt. Ob als spirituelle Verbindung oder unbewusste Heilung gedeutet, diese Träume erinnern uns daran, dass die Liebe mit dem Tod nicht endet. Sie zeigen, dass die Bindungen, die wir eingehen, die Zeit überdauern können, dass Erinnerung und Zuneigung immer wieder ihren Weg finden. Wenn also jemand, der verstorben ist, in Ihrem Traum erscheint, erinnert sich vielleicht nicht nur Ihr Verstand an ihn – es könnte Ihr Herz sein, das Sie daran erinnert, dass er nie wirklich fort war.