Man geht gemeinhin davon aus, dass die ersten Symptome der Alzheimer-Krankheit ausschließlich mit dem Gedächtnis zusammenhängen: ein vergessener Name, ein Wort, das einem auf der Zunge liegt, oder Orientierungsschwierigkeiten. Eine aktuelle Studie hat jedoch ein viel subtileres – und unerwartetes – Anzeichen identifiziert, das sich möglicherweise durch etwas so Alltägliches wie Duschen erkennen lässt.
Ja, Sie haben richtig gelesen.
Verlust des Seifengeruchs: Ein Warnsignal, das Sie nicht ignorieren sollten
Stellen Sie sich vor: Sie öffnen Ihr gewohntes Duschgel, das Sie seit Jahren benutzen, und plötzlich … nichts. Oder besser gesagt, ein schwacher, schwer zu identifizierender Duft. Diese scheinbar unbedeutende Veränderung könnte laut Professor Davangere Devanand, Psychiater und Neurologe an der Columbia University in New York, eines der frühen Anzeichen für kognitiven Abbau sein.
Warum? Weil der Geruchssinn eng mit dem Gedächtnis verknüpft ist. Im Frühstadium der Alzheimer-Krankheit sind die Hirnregionen betroffen, die für die Erkennung und Verarbeitung von Gerüchen zuständig sind.
🧠 Wenn die Nase es weiß, bevor der Verstand es tut: Der verborgene Zusammenhang zwischen Geruch und Alzheimer
Es mag überraschend klingen, aber unser Geruchssinn kann Aufschluss darüber geben, was tief im Gehirn vor sich geht, lange bevor die offensichtlichen Anzeichen einer Alzheimer-Krankheit auftreten. Laut aktuellen Forschungsergebnissen kann die plötzliche Unfähigkeit, vertraute Gerüche wie Seife, Kaffee oder Parfüm zu erkennen, eines der frühesten Anzeichen für kognitiven Abbau sein.
👃 Die Wissenschaft hinter Geruch und Gedächtnis
Unser Geruchssinn ist direkt mit dem Riechkolben verbunden, der wiederum eng mit dem Hippocampus und der Amygdala verknüpft ist – Hirnregionen, die Gedächtnis und Emotionen steuern. Diese Regionen gehören oft zu den ersten, die von Alzheimer betroffen sind.
Dies erklärt, warum Patienten die Fähigkeit verlieren können, Gerüche zu unterscheiden, bevor merkliche Gedächtnisprobleme auftreten. Das Gehirn verarbeitet Gerüche einfach nicht mehr so wie früher, was zu Verwirrung oder einem vollständigen Verlust der Geruchserkennung führt.
Professor Devanand merkt an, dass Geruchstests bald ein wertvolles Instrument zur Früherkennung sein könnten, da sie subtile neurologische Veränderungen Jahre vor dem Auftreten typischer kognitiver Symptome aufdecken können.
🧴 Alltagsbeispiele, die Sie nicht ignorieren sollten
Es geht nicht nur um den Duft von Seife unter der Dusche. Achten Sie auf Folgendes:
Ihr Kaffee riecht nicht mehr so intensiv wie früher.
Blumen oder Parfums wirken schwach oder gar nicht mehr wahrnehmbar.
Sie verwechseln Düfte – etwas Angenehmes riecht plötzlich „komisch“.
Lebensmittel, die Sie früher geliebt haben, wirken weniger appetitlich, weil ihr Aroma „leer“ erscheint.
Viele Faktoren können den Geruchssinn vorübergehend beeinträchtigen – wie eine Erkältung, Allergien oder das Alter. Ein anhaltender Geruchsverlust ohne erkennbare Ursache sollte jedoch mit einem Arzt besprochen werden.
🩺 Was Studien zeigen
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